Die US-Luftwaffe kämpft nach eigenen Angaben mit einer massiven Versorgungslücke bei Ersatzteilen für ihre Flugzeuge. Führungskräfte warnen vor Folgen für die Einsatzbereitschaft.

Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.

Eine Lockheed Martin F-22 Raptor der US Air Force auf dem Luftwaffenstützpunkt Łask in Polen.

Der US-Luftwaffe fehlen nach Darstellung ihrer eigenen Führung Ersatzteile im Wert von rund 14 Milliarden Dollar (etwa 13 Milliarden Euro). Das sagte die Kommandeurin des Air Force Materiel Command, Generalleutnant Linda Hurry, auf einer Fachkonferenz der Air & Space Forces Association in der vergangenen Woche.

„Wir haben ein Loch von 14 Milliarden Dollar in der Versorgung“, sagte Hurry laut dem Fachportal Defense News. Eine öffentliche Aufschlüsselung dieser Summe legte sie nicht vor.

Die Zahl der Flugzeuge, die wegen fehlender Ersatzteile am Boden bleiben, sei in den vergangenen sieben Jahren um 87 Prozent gestiegen, sagte Hurry weiter. Rund 53 Prozent der Flotte seien älter als 30 Jahre, 55 Prozent hätten ihre vorgesehene Nutzungsdauer überschritten.

Das Verteidigungsministerium hat für das Haushaltsjahr 2027 einen Rekordantrag von 338,8 Milliarden Dollar für das Department of the Air Force gestellt. Davon sind rund 4,2 Milliarden Dollar für die sogenannte Consolidated Sustainment Activity Group vorgesehen, die Ersatzteile und Wartungsrückstände verwaltet. Über die Bewilligung entscheidet der US-Kongress.

„Sobald wir auch nur einen Cent bekommen, müssen wir bereit sein, ihn einzusetzen“, sagte Hurry. Die Luftwaffe wolle die Bedarfsprognosen mit Hilfe künstlicher Intelligenz und additiver Fertigung verbessern. Zudem setze sie auf langfristige Verträge und mehrere Zulieferer je Bauteil: „Die Zeiten der Monopole sind vorbei.“

Als Beispiel für Fortschritte nannten die Offiziellen die sogenannte North Star Readiness Campaign, mit der die Einsatzbereitschaft der Bomber vom Typ B-52 Stratofortress und B-1 Lancer erhöht werden soll. Nach Angaben von General Stephen L. Davis, Kommandeur des Air Force Global Strike Command, sei die Einsatzbereitschaft der B-52 dadurch um 40 Prozent gestiegen.

„Als Kommandeur will man nicht, dass alles ein Geldproblem ist, das man lösen muss, aber das hier ist meiner Meinung nach ein Geldproblem“, sagte Davis. „Wir brauchen mehr Geld für Ersatzteile.“

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de