Angehörige der Bergleute haben sich vor dem Krankenhaus in Minna versammelt

Nach dem Tod von 37 Goldgräbern in Gewahrsam einer paramilitärischen Einheit haben in der nigerianischen Stadt Minna Hunderte Menschen auf der Straße protestiert. Die Nachrichtenagenturen AFP und Reuters berichteten unter Verweis auf Videos und Reporter vor Ort, dass Sicherheitskräfte das Feuer eröffnet hätten, um die Menschen auseinanderzutreiben – ob mit scharfer Munition oder mit Gummigeschossen, war vorerst unklar. Überlebende berichten, die Goldgräber seien in ihren Zellen erstickt.

Wütende Jugendliche hätten ein Gebäude der Verkehrsbehörde in Minna attackiert und Busse demoliert, berichtete ein Einwohner der Stadt Minna im Zentrum des Landes. Die Demonstranten errichteten zudem Barrikaden auf einer Hauptstraße. »Die Stimmung in der Stadt ist sehr angespannt«, sagte der Einwohner. Aus Angst vor gewaltsamen Zusammenstößen hätten Eltern ihre Kinder vorzeitig aus der Schule geholt, sagte ein weiterer Einwohner laut AFP.

Einer der überlebenden Goldgräber, Dauda Shehu, sagte Journalisten, die Menschen seien erstickt. »Wir waren dicht gedrängt in der Zelle zusammengepfercht. Es gab keine Belüftung, sodass wir nicht richtig atmen konnten.« Die Inhaftierten hätten gegen die Zellentür gehämmert, »aber sie haben nicht reagiert«. Ein weiterer Überlebender sagte: »Wir schrien um Hilfe und sagten den Wachen, dass die Leute einer nach dem anderen sterben«, doch »sie glaubten uns nicht«.

Minna ist die Hauptstadt des nigerianischen Bundesstaats Niger, der reich an Bodenschätzen ist und zahlreiche Goldgräber anzieht, die meistens illegal nach dem Edelmetall suchen. Kriminelle Banden verlangen oft einen Anteil an den geförderten Metallen.

Das nigerianische Innenministerium teilte mit, es habe einen Kommandeur der paramilitärischen Truppe NSCDC suspendiert. Die NSCDC-Einheiten arbeiten mit der nigerianischen Polizei zusammen.

Die NSCDC hatte zuvor mitgeteilt, dass die Festgenommenen am 15. und 16. September bei Razzien gegen mutmaßlich illegale Minen westlich von Minna inhaftiert worden seien. Zunächst hieß es, ein möglicher Krankheitsausbruch könne zu den Todesfällen beigetragen haben. Später wurde jedoch mitgeteilt, die Todesursache sei noch nicht geklärt.