Generalinspekteur Carsten Breuer wird im kommenden Jahr für drei Jahre Vorsitzender des Nato-Militärausschusses. Bei seiner Sitzung in Kopenhagen wählte das Gremium am Samstag den 61-Jährigen zum Nachfolger des italienischen Admirals Giuseppe Cavo Dragone. Der ranghöchste Soldat der Bundeswehr setzte sich gegen seine Gegenkandidatin Jennie Carignan durch, die Generalstabschefin der kanadischen Streitkräfte ist.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius lobte die Entscheidung als „ausgezeichnete Nachricht für das Bündnis“. Breuer habe an entscheidender Stelle mit dazu beigetragen, die Bundeswehr neu aufzustellen, teilte der SPD-Politiker mit. „Jetzt wird er seine ganze Kraft und Erfahrung bei der Nato einbringen, die vor großen, historischen Aufgaben steht.“
Die Bundesregierung hatte Breuer schon ungewöhnlich früh im Februar 2026 für den Nato-Posten nominiert – und war davon ausgegangen, dass die Kandidatur ein Selbstläufer werden würde. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat das Ziel ausgegeben, die Bundeswehr zur stärksten konventionellen Armee Europas zu machen. Daraus leitet die Regierung auch einen gewissen Führungsanspruch innerhalb der Nato ab.