In China haben Forschende erstmals einen archäologischen Nachweis für eine brutale Bestrafungsmethode gefunden. Man habe ein etwa 700 Jahre altes Skelett einer Frau entdeckt, der vermutlich die Nase abgeschlagen worden sei, berichtet ein Team um Yawei Zhou von der Zhengzhou-Universität in der Fachzeitschrift »Journal of Archaeological Science: Reports« .
Aus dem mittelalterlichen China sind zahlreiche Berichte über grausame Strafen überliefert. Demnach wurden Menschen enthauptet, anderen die Füße amputiert. In einem Bericht aus der damaligen Zeit heißt es, als Strafe für einen Viehdiebstahl seien Nasen amputiert worden. Archäologische Funde, die solche Berichte stützen, hätten jedoch bislang gefehlt, heißt es in dem Artikel.
Die Überreste der Frau wurden bereits im Jahr 2019 auf einem Friedhof in der Provinz Henan ausgegraben. Als sie starb, war sie zwischen 40 und 45 Jahren alt. Die Frau war mit dem Gesicht nach unten bestattet worden, was laut den Fachleuten ein weiteres Indiz dafür ist, dass sie eine Straftäterin war. Die Forscher datierten die Knochen der Frau auf die Zeit zwischen 1298 und 1404 nach Christus.
Auf computertomografischen Aufnahmen zeigte sich, dass ein Teil des Nasenknochens sowie knöcherne Strukturen im Innern der Nase weggeschnitten worden waren. Die umliegenden Gesichtsknochen und die Vorderzähne waren dagegen unversehrt. Andere Erklärungen für die Verletzung, etwa ein Unfall, seien daher unwahrscheinlich.
Die Archäologen stellten außerdem fest, dass die beschädigten Schädelknochen teilweise wieder verheilt waren, bevor die Frau starb. Rund um die Nasenöffnung habe sich neues Knochenmaterial gebildet. Das deute darauf hin, dass die Frau noch mehrere Jahre überlebt habe, nachdem ihr die Nase abgeschnitten worden sei, schreiben die Forscher weiter.
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Strafen im alten China: Forscher finden Skelett mit abgeschlagener Nase
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Der Spiegel
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