Der Badische Riesenregenwurm wird bis 60 Zentimeter lang – und erstaunliche 20 Jahre alt

Klimawandel, Hitze, Trockenheit – alles Faktoren, die dem einzigartigen Badischen Riesenregenwurm (Lumbricus badensis) überhaupt nicht bekommen. Das Tier ist der größte Wurm Europas, und sein Vorkommen ist auf den Südschwarzwald begrenzt. »Die Klimakrise könnte für die Art zur existenziellen Bedrohung werden«, fürchtet Christoph Schramm, Referent für Landwirtschaft und Wald bei der Umweltschutzorganisation BUND.

Denn der riesige Wurm, der bis zu 60 Zentimeter groß und erstaunliche 20 Jahre alt werden kann, fühlt sich besonders in feuchter und kühler Umgebung wohl und zieht sich daher in immer höhere Lagen zurück. Aber: »Viel Spielraum nach oben bleibt ihm nicht mehr«, sagt Schramm. Die Art komme bereits in den höchsten Lagen des Südschwarzwalds vor, oberhalb einer Höhe von 1000 Metern .

In bis zu 2,50 Meter Bodentiefe sei das Tier in seinen Wohnhöhlen zwar noch vergleichsweise sicher vor Hitze. Doch je dichter und regelmäßiger Hitzewellen aufeinanderfolgten, desto mehr trockne auch die Erde in tieferen Schichten aus. Das könne zur Gefahr für den seltenen Wurm werden.

Vor allem die Jungtiere seien verletzlich, denn sie blieben im ersten Lebensjahr eher in den oberen Bodenschichten. »Das wird ein Problem, wenn da Generationen ausfallen oder empfindlich geschwächt werden«, warnt Schramm.

Auch verändere sich durch den Klimawandel der Boden. Bisher herrsche im Schwarzwald durch die vielen Nadelbäume ein saurer Boden vor. Da fühle sich der Badische Riesenregenwurm besonders wohl – im Gegensatz zu anderen Regenwürmern, wie die Naturschützer vom Nabu auf ihrer Website schreiben . »Aber wenn Nadelbäume verschwinden, ändern sich die chemischen Eigenschaften des Bodens und damit ändert sich der Lebensraum für den Riesenregenwurm«, so Schramm.

Über das Gesamtvorkommen des Tieres weiß man nach Worten Schramms nur sehr wenig, die Weltnaturschutzunion IUCN führt den Wurm in der Kategorie »unzureichende Datenlage« . »Es gibt kaum Erhebungen«, sagt der Experte vom BUND. Das Tier sei scheu, spüre Erschütterungen – »und dann verkriecht es sich schnell«.