Die britische Polizei hat im Großraum Manchester eine Gruppe von rücksichtslosen Fahrern gestoppt und deren teure Fahrzeuge beschlagnahmt. Insgesamt stellte die Greater Manchester Police nach eigenen Angaben fünf Lamborghini und einen Mercedes G-Wagon sicher. Die Fahrer hätten ein erhebliches Sicherheitsrisiko für andere Verkehrsteilnehmer dargestellt.
Zeugen hatten die Polizei am Abend des 2. September alarmiert. Der Konvoi war auf der Autobahn M66 durch riskantes Verhalten aufgefallen. Laut einer Mitteilung der Greater Manchester Police wechselten die Fahrzeuge rücksichtslos die Spuren, ließen die Reifen durchdrehen und bremsten den Verkehr mitten auf der Autobahn auf rund 27 km/h aus.
Die Einsatzkräfte spürten die Kolonne schließlich auf der M62 auf und stoppten zwei der Lamborghini an einer Ausfahrt. Die übrigen Fahrzeuge wurden im nahe gelegenen Rochdale von der Polizei aufgehalten.
Die Beamten konnten dabei von einer erst Ende Juni 2026 in Kraft getretenen Gesetzesänderung profitieren. Chefinspektor Danny Kabal erklärte dazu: „Durch die jüngsten Änderungen von Section 59 des Police Reform Act können wir Fahrzeuge nun beschlagnahmen, ohne vorher eine Verwarnung aussprechen zu müssen.“
Die Beschuldigten müssen sich nun wegen diverser Verkehrsdelikte verantworten, zudem drohen ihnen Festnahmen. „Wir werden rücksichtsloses, unbesonnenes, asoziales oder gefährliches Fahrverhalten nicht tolerieren“, sagte Kabal und fügte hinzu: „Wer glaubt, es sei akzeptabel, unsere Straßen als Rennstrecke zu nutzen, muss dieses Ergebnis als Warnung verstehen“.
Bei einer konkreten Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer könnte auch in Deutschland etwa § 315c StGB (Gefährdung des Straßenverkehrs) greifen. Dafür muss das Verhalten grob verkehrswidrig und rücksichtslos sein und eine konkrete Gefahr für Menschen oder bedeutende Sachwerte entstehen.
Dass solche Fahrzeuge auch hierzulande unterwegs sind, zeigen die aktuellen Zulassungszahlen. Zum Jahresbeginn 2026 waren dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zufolge knapp 49,5 Millionen Pkw in Deutschland zugelassen, darunter 5.041 Lamborghini. Ein Jahr zuvor waren es 4.622, was einem Anstieg um rund neun Prozent entspricht. Darüber hinaus gab es Anfang 2026 mehr als 410.000 Porsche, 15.600 Ferrari, 10.400 Maserati und rund 6.250 Bentley.
Den größten Anteil am Pkw-Bestand hatte allerdings keine Luxusmarke, sondern Volkswagen: 20,8 Prozent beziehungsweise rund 10,3 Millionen Fahrzeuge entfielen auf die Marke. Mercedes folgte mit 9,6 Prozent und etwa 4,7 Millionen Pkw.
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Mit 27 km/h auf der Autobahn: Fünf Lamborghini sichergestellt – „Werden gefährliches Fahrverhalten nicht tolerieren“
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FOCUS
· Janek Subke