Maike Derenbach hat ihren Job in Bonn gegen ein Kreuzfahrtschiff getauscht. Die Medizinerin ist seit Juli Schiffsärztin und kann dadurch Reisen, Notfallmedizin sowie den persönlichen Patientenkontakt vereinen. Der Job „verbindet genau das, was ich gut finde“, sagt sie. Von ihrem neuen Alltag berichtet sie dem „General-Anzeiger“.
Zu dem Job kam Derenbach, als sie sich auf eine Anzeige des Reiseveranstalters Tui bewarb. Die 39-Jährige kümmert sich als „Junior Doc“ gemeinsam mit einem „Senior Doc“ und drei Krankenschwestern um die etwa 2500 Menschen. Ihnen steht eine Intensivstation mit zwei Betten, ein Röntgengerät, zwei Betten für die Überwachung sowie eine Apotheke zur Verfügung.
„Wenn ich unten auf dem Flur laufe, machen mir einige Crewmitglieder wegen meines Offiziersstatus immer direkt Platz.“ Das sei ungewohnt, sagt sie. Zudem schwärmt Derenbach von der Arbeitsatmosphäre und freut sich über die Sonne und das Meer. „Es ist wirklich wie auf dem Traumschiff“, wird sie vom „General-Anzeiger“ zitiert.
Derenbach hat jeweils drei Stunden am Morgen und am Abend Sprechstunde. Dazwischen ist sie in Bereitschaft, hat aber auch immer wieder freie Zeit. Sie behandelt nun beispielsweise Frakturen, Augen- und Hauterkrankungen, Lungenentzündungen oder Muskelbeschwerden und ist auch in in Notfällen gefragt. Nach der Adria-Reise wird die 39-Jährige auf anderen Routen als Schiffsärztin tätig sein.
Wer als Schiffsarzt tätig ist, übernimmt die medizinische Versorgung von Passagieren und Crew – sowohl während der Sprechstunden als auch im Bereitschaftsdienst. Das berichtet beispielsweise Tui Cruises.
Hinzu kommen demnach administrative Aufgaben. Gleichzeitig ist man als Ansprechpartner für den Kapitän in medizinischen Fragen, Hygienestandards, Notfällen und Ausschiffungen da. Darüber hinaus ist der Schiffsarzt als Offizier in die Bordhierarchie eingebunden und arbeitet in einem internationalen Umfeld.
Während Derenbach ihren neuen Arbeitsplatz auf einem Kreuzfahrtschiff gefunden hat, zieht es auch immer mehr Urlauber auf die Schiffe. 2025 starteten laut dem Statistischen Bundesamt rund 1,51 Millionen Menschen von deutschen Nord- und Ostseehäfen aus zu einer Hochseekreuzfahrt – so viele wie noch nie.
Allgemein
Maike (39) kündigte ihren Krankenhaus-Job und ist jetzt Ärztin auf einem Kreuzfahrtschiff
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FOCUS
· Nicole Gigler