MS-Now-Korrespondentin Akayla Gardner in der Nähe des Weißen Hauses in Washington

Journalisten des US-Fernsehsenders MS Now ist am Samstag der Zutritt zum Gelände des Weißen Hauses verwehrt worden, ihre Akkreditierungen wurden eingezogen. Das teilte der Sender mit . Der Ausschluss folgte auf eine entsprechende Ankündigung von US-Präsident Donald Trump. Die MS-Now-Korrespondentin fürs Weiße Haus, Akayla Gardner, erklärte in einem Videoaufsage r, dass sie mit dem Kameramann und ihrer Produzentin »wie immer« das Weiße Haus betreten wollte, als an der dritten Schleuse der Scan ihres Hausausweises scheiterte. Auch ihr Kameramann konnte die Kontrolle nicht passieren. Ihre Ausweise seien dann von Mitgliedern des Secret Service eingezogen worden. Ihre Produzentin habe keine Probleme gehabt.

Am Freitag hatte Trump auf Truth Social geschrieben, Journalisten des Senders CNN, des Nachrichtenportals »Politico« sowie von MS Now dürften »ab sofort« nicht mehr auf dem Gelände des Weißen Hauses arbeiten. Er warf ihnen vor, Falschnachrichten zu verbreiten. MS Now, bis November MSNBC, ist ein US-amerikanischer Nachrichtensender. Im Weißen Haus finden unter anderem regelmäßig Pressekonferenzen statt.

MS Now erklärte, der Sender stehe hinter seinen Journalisten. »Das Weiße Haus gehört dem amerikanischen Volk, und die dort getroffenen Entscheidungen werden aus unseren Steuergeldern finanziert«. Der Sender werde alle nötigen Schritte unternehmen, um »unsere Rechte gemäß dem ersten Verfassungszusatz und die wesentliche Rolle des unabhängigen Journalismus in unserer Demokratie zu verteidigen.« Der erste Verfassungszusatz garantiert unter anderem die Pressefreiheit.

Am Samstagmorgen war unklar, ob auch CNN-Journalisten vom Gelände des Weißen Hauses ferngehalten werden. Am Freitag hatte der Sender berichtet, dass es nach Trumps Ankündigung zunächst keine Anzeichen dafür gegeben habe, dass seine Regierung Maßnahmen ergriffen habe, um dies tatsächlich umzusetzen.

Der Verein White House Correspondents’ Association (WHCA), der Journalisten, die über das Weiße Haus berichten, vertritt, reagierte empört auf Trumps Ankündigung. »Hier geht es um mehr als die Rechte von Journalisten. Es geht um das Recht der amerikanischen Bevölkerung, eine umfassende und unabhängige Darstellung der Aktivitäten, politischen Maßnahmen und Entscheidungen derjenigen zu erhalten, die das höchste Amt der Nation innehaben«, teilte WHCA-Präsidentin Jacqui Heinrich mit.

Trump geht in seiner zweiten Amtszeit hart gegen ihm missliebige Medien vor. Journalisten beleidigt er häufig, wenn ihm deren Fragen nicht gefallen. Wohlwollende Berichterstattung wird dagegen ausdrücklich gelobt. In seinem Post schrieb Trump, Medienunternehmen sollten nicht ständig über »FIKTION und LÜGEN« schreiben oder sie verbreiten dürfen, wenn sie über die USA oder ihren Präsidenten berichten. Trump kündigte an, dass weitere Medienhäuser folgen werden.