Die Sperre der Straße von Hormus durch den Iran-Konflikt sowie die Bedrohung der Meerenge Bab al-Mandab durch die Huthis führt zu einer Verknappung auf dem Rohölmarkt und zu höheren Preisen für Energie weltweit. „Wir werden uns auf Dauer mit höheren Rohölpreisen auseinandersetzen müssen, denn die Wirtschaft preist natürlich das Risiko ein,“ sagt Geopolitik-Experte Klemens Fischer.

Dies führe zu langfristig hohen Energiekosten, aber über eine Unterbrechung der Energieversorgung müsse man sich in Europa noch keine Sorgen machen.

„Weder den USA noch dem Iran liegt eigentlich daran, dass die Straße von Hormus auf Dauer geschlossen ist,“ sagt Fischer. „Auch der Iran muss ja wieder zu Geld kommen und das kann er letztendlich auch nur, wenn er seine Rohstoffe, sprich Erdöl, Erdgas, ausführen kann und dazu benötigt er eine offene Straße von Hormus.“

Jedoch führe die Unterbrechung der Ost-West Pipeline in Saudi-Arabien zu kurzfristigen Preissprüngen. Die Verbindung wurde durch Drohnenangriffe beschädigt.

„Das war bisher immer die Möglichkeit der Saudis, dass sie ihr Erdöl von der Golfküste hinüber zum Roten Meer pumpen können und dann über das Bab al-Mandab ausschiffen,“ sagt Fischer. So sei nun der Export von saudischem Erdöl an mehreren Orten unterbrochen. Die Pipeline werde auch in den nächsten Tagen noch nicht wieder voll einsatzfähig sein.

Klemens Fischer ist Honorarprofessor für Internationale Beziehungen und Geopolitik an der Universität zu Köln. Von 1993 bis 2022 war er Angehöriger der österreichischen EU-Botschaft in Brüssel. Fischer studierte Rechtswissenschaften und Betriebswirtschaftslehre an der Johannes-Kepler-Universität Linz, wo er 1989 mit einer Dissertation zum Völkerrecht promovierte.