Die Berliner Grünen könnten nach der Abgeordnetenhauswahl zum Königsmacher werden. Für eine rot-rot-grüne Regierung müssten sie Elif Eralp trotz der Antisemitismusvorwürfe gegen Teile der Linken zur Regierenden Bürgermeisterin wählen.

FOCUS-Kolumnist Jan Fleischhauer verweist auf eine „Welt“-Recherche über ein Palästina-Komitee der Linkspartei. In einer internen Sitzung soll der Hamas-Überfall vom 7. Oktober 2023 als „Akt des Widerstands“ verteidigt worden sein. Sein Fazit im Podcast „Der schwarze Kanal“:

„Das sind die Leute, die jetzt an die Regierung streben in Berlin.“

Von der grünen Parteispitze erwartet er deshalb ein unmissverständliches Nein:

„Mit solchen Leuten kann es keine Zusammenarbeit geben, so wie es mit Sexisten und Rassisten bei uns auch keine Zusammenarbeit gibt.“

Grünen-Chefin Franziska Brantner hatte bei Markus Lanz erklärt: „Die Frage ist, ob die Linkspartei sich am Ende von diesen Leuten trennt.“

Fleischhauer hält diese Bedingung für eine Hintertür. Weil Eralp bereits versichert habe, in ihrer Partei gebe es keinen Platz für Antisemitismus, sei für ein Bündnis „sozusagen die Bühne gebaut“.

„Da ja aber der Antisemit auch sagt, er sei kein Antisemit, gibt es am Ende gar keine Antisemiten in der Linkspartei, also musst du auch niemand rausschmeißen. So läuft doch die Geschichte.“

Auch Eralps Fünf-Punkte-Plan gegen Judenhass ändert für ihn nichts am Kern des Problems. Maßgeblich sei der Umgang mit den dokumentierten Äußerungen in der Partei.

Doch nach Bekanntwerden der internen Sitzung habe sich der Ärger nicht gegen deren Teilnehmer gerichtet, sondern gegen den mutmaßlichen Informanten,

Fleischhauer rechnet nicht damit, dass die Bundesspitze der Grünen ihren Berliner Parteifreunden ein Bündnis verbietet. Komme es zum Schwur, würden die Grünen Eralp ins Amt helfen und ihre Entscheidung anschließend verteidigen.

Dann, prophezeit er, würden Brantner und Co-Chef Felix Banaszak bei Markus Lanz erklären, Eralp sei „eine hochanständige Person“.

Ihr Versprechen, gegen Judenhass vorzugehen, diene so als Rechtfertigung für eine Zusammenarbeit, die vor der Wahl niemand offen ausschließen wolle.

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