Ein EU-Projekt verbindet Kreative mit Handwerk und Industrie. Über 1,1 Millionen Euro fließen in die Grenzregion. Doch was springt für Betriebe dabei heraus?

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Das EU-Projekt „Saxon-Czech Innospace“ vernetzt kleine und mittlere Unternehmen in Sachsen und Tschechien, um neue Geschäftspartner zu finden, regionale Lieferketten aufzubauen und grenzüberschreitende Kooperationen zu entwickeln.

© Maximilian Specht/EUconomy - Partnerships4Prosperity/obs

Mit dem Projekt „Saxon-Czech Innospace“ entsteht ein grenzüberschreitender Innovationsraum für kleine und mittlere Unternehmen im sächsisch-tschechischen Grenzgebiet. Der Kern der Idee: Kreativschaffende arbeiten branchenübergreifend mit Betrieben aus Industrie, Handwerk und Handel zusammen und entwickeln gemeinsam neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle. Getragen wird das Vorhaben federführend von der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS), gemeinsam mit tschechischen und sächsischen Partnern.

Finanziert wird es über das EU-Programm Interreg – mit einem Gesamtbudget von 1,1 Millionen Euro, wovon rund 890.000 aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) stammen. Profitieren sollen vor allem Klein- und Kleinstunternehmen, die sonst nur schwer Zugang zu neuen Technologien und Partnern jenseits der Grenze finden.

Im Zentrum steht ein Ansatz, den Fachleute „Cross Innovation“ nennen: die gezielte Vermischung von Branchen. Kreativunternehmen liefern dabei Impulse, klassische Betriebe bringen ihr Produktions- und Marktwissen ein.

Geschäftsführer Thomas Horn von der WFS beschreibt das Ziel so: „Mit dem Projekt schaffen wir eine Plattform, die die Kultur- und Kreativwirtschaft als Innovationstreiber in regionale Transformationsprozesse einbindet und den Wissenstransfer zwischen Branchen wie Industrie, Handwerk und Handel fördert.“

Besonders im Blick hat das Projekt die kleinen Akteure. Über moderierte Werkstätten und eine digitale Wissensplattform sollen laut Horn gerade Klein- und Kleinstunternehmen an aktuelle technologische Anwendungen herangeführt werden.

Das Vorhaben setzt auf mehrere praktische Formate. Sie reichen von gemeinsamen Werkstätten bis zu Online-Kursen.

Laut dem Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft Sachsen sollen im Projektzeitraum 60 bis 80 Kreativschaffende beziehungsweise Unternehmen unterstützt und mindestens drei bis fünf Prototypen entwickelt werden.

Das Interreg-Projekt „Glokalisierung - global denken, lokal handeln“ bringt kleine und mittlere Unternehmen in Sachsen und Tschechien zusammen - um, neue Geschäftspartner zu finden, regionale Lieferketten aufzubauen und grenzüberschreitende Kooperationen zu entwickeln. Im Bild: Filip Matejka (Vertriebsleiter, dopharma). / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/181564 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.

Die Kreativbranche ist in Sachsen kein Randbereich. Laut dem Kultur- und Kreativwirtschaftsbericht für Sachsen 2024 erwirtschafteten dort im Jahr 2023 rund 9800 Unternehmen und weitere 16.000 Kleinstunternehmen zusammen 4,78 Milliarden Euro. Beschäftigt waren etwa 81.000 Menschen.

Interessant für die Grundidee des Projekts ist ein weiterer Befund desselben Berichts: Die Branche strahlt auf andere Sektoren aus. 100 Euro Wertschöpfung in der Kreativwirtschaft erzeugen demnach rund 90 Euro zusätzliche Wertschöpfung in anderen Branchen.

Genau dieser Hebel soll im Projekt genutzt werden – Kreativität als Antrieb für klassische Wirtschaftsbereiche.

Der Interreg-Begleitausschuss bewilligte die Förderung Ende März 2026. Die sächsische Staatsministerin Regina Kraushaar (CDU) ordnete die Freigabe damals so ein: „Die neuen Projekte bringen Ideen in die Region, stärken den Zusammenhalt und schaffen greifbaren Nutzen für die Menschen auf beiden Seiten der Grenze.“

Der offizielle Projektstart erfolgte laut Partnerangaben am 1. Juli 2026. Ende Juli kamen die beteiligten Organisationen in Dresden zu einem ersten persönlichen Treffen zusammen. Die AHK Tschechien bezeichnete das Vorhaben auf Facebook als „einen Schritt in eine neue Richtung“. Das Projekt läuft bis Ende 2028.

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